Ein API-Connector ist eine technische Komponente, die eine Automationsplattform oder ein System über eine definierte API (Application Programming Interface) mit einem Drittanbieter-Dienst verbindet. Er kapselt die gesamte Kommunikationslogik: Authentifizierung, Aufbau des HTTP-Requests, Verarbeitung der Antwort, Fehlerbehandlung und Datenmapping zwischen dem Format des Zielsystems und dem Format der Automationsplattform. Für den Workflow-Ersteller verbirgt der API-Connector die technische Komplexität – er sieht nur ein konfiguriertes Set von Aktionen und Feldern.
Der Unterschied zwischen einem allgemeinen Connector und einem API-Connector liegt im technischen Mechanismus: Während ein Connector auch andere Verbindungsmethoden nutzen kann (z. B. Datenbankverbindungen, FTP, SFTP), kommuniziert ein API-Connector ausschließlich über standardisierte Schnittstellen – typischerweise REST-APIs oder GraphQL-APIs über HTTP/HTTPS.
Aufbau einer API-Connector-Verbindung
- Basis-URL: Die Basis-Adresse der API des Zielsystems, z. B.
https://api.salesforce.com/v58.0/ - Authentifizierung: OAuth 2.0, API-Key, Bearer Token oder Basic Authentication – je nach Anforderung des Zielsystems
- Endpunkt-Mapping: Welche API-Endpunkte werden für welche Aktionen (Lesen, Erstellen, Aktualisieren, Löschen) genutzt
- Request-Format: Wie werden Daten an die API gesendet – als JSON, XML, Form-Data oder URL-Parameter
- Response-Parsing: Wie wird die API-Antwort ausgelesen und in die Datenstruktur der Plattform überführt
- Rate-Limit-Handling: Wie reagiert der Connector, wenn die API ihr Anfragelimit erreicht – Wartezeit, Retry, Fehlermeldung
REST vs. GraphQL: zwei API-Architekturen
REST-APIs sind die verbreitetste Form: Für jede Ressource (z. B. Kontakte, Aufträge, Rechnungen) gibt es dedizierte Endpunkte, die mit HTTP-Methoden (GET, POST, PUT, DELETE) angesprochen werden. GraphQL-APIs bieten einen einzigen Endpunkt, über den der Client genau spezifizieren kann, welche Felder er benötigt – effizienter für komplexe Datenabfragen, aber in der Konfiguration anspruchsvoller. Die meisten API-Connectors in Automationsplattformen unterstützen primär REST; GraphQL wird zunehmend ergänzt.
Custom API-Connector: wenn kein nativer Connector existiert
Nicht jedes System hat einen fertigen nativen Connector. Für solche Fälle bieten Automationsplattformen generische HTTP-Module, mit denen beliebige REST-APIs direkt angesprochen werden können – ohne vorgefertigtes UI-Mapping, aber mit voller Flexibilität. Ein Schritt weiter sind benutzerdefinierte Connector-Definitionen, die in Plattformen wie Make oder n8n als wiederverwendbare Konfigurationen angelegt werden können.
Praxisbeispiel
Ein Logistikunternehmen nutzt eine spezialisierte Tourenplanungssoftware, für die es keinen nativen Connector gibt. Über das HTTP-Modul in Make wird der API-Connector manuell aufgebaut: Basis-URL der Planungssoftware-API konfiguriert, Bearer-Token-Authentifizierung hinterlegt, POST-Request für „Neue Tour anlegen“ aufgebaut, JSON-Payload-Struktur nach API-Dokumentation definiert. Einmaliger Aufwand: 3 Stunden. Das Ergebnis ist ein wiederverwendbarer Custom-API-Connector, der in allen zukünftigen Workflows eingesetzt werden kann – ohne jedes Mal die API-Dokumentation zu konsultieren.




