Authentifizierung – Authentication (AuthN) – bezeichnet den Prozess, durch den ein System die Identität einer Person, eines Diensts oder eines Systems verifiziert: „Bist du wirklich, wer du behauptest zu sein?“ Authentifizierung ist der erste Schritt jeder Zugangskontrolle und die Grundlage für alle weiteren Sicherheitsmaßnahmen: Bevor ein System entscheiden kann, welche Rechte jemand hat (Autorisierung), muss es wissen, wer diese Person überhaupt ist.
In Automatisierungssystemen gibt es zwei Arten von Authentifizierung: die Authentifizierung von Menschen (Mitarbeiter loggen sich in Plattformen ein) und die Authentifizierung von Maschinen (Workflows und Services identifizieren sich gegenseitig über API-Keys, Zertifikate oder OAuth-Tokens). Beide sind gleich wichtig – und maschinelle Authentifizierung wird in Automatisierungsinfrastrukturen oft vernachlässigt.
Authentifizierungsmethoden
Passwort
Etwas, das man weiß. Einfach, aber anfällig für Phishing, Brute Force, Datenlecks. Immer mit MFA kombinieren.
MFA / 2FA
Mehrere Faktoren kombiniert (Wissen + Besitz + Biometrie). TOTP-Apps, Hardware-Keys (YubiKey). Standard für alle privilegierten Zugänge.
SSO
Single Sign-On über zentralen Identity Provider (Okta, Azure AD, Google). Einmal anmelden, alle verbundenen Systeme nutzbar.
API-Key
Maschinelle Authentifizierung für Service-to-Service. Einfach, aber statisch – braucht gutes Schlüsselmanagement und regelmäßige Rotation.
OAuth 2.0
Standard-Protokoll für delegierte Autorisierung. „Login mit Google/GitHub“ – Nutzer gewähren Drittanwendungen definierten Zugriff auf ihre Ressourcen.
Zertifikat
TLS-Client-Zertifikate für starke maschinelle Authentifizierung. Komplexer, aber sehr sicher – kein Passwort, das gestohlen werden kann.
MFA für Automatisierungsinfrastruktur
Multi-Faktor-Authentifizierung (MFA) ist für alle privilegierten Zugänge in Automatisierungsinfrastrukturen nicht verhandelbar: Server-SSH, Cloud-Konsolen (AWS, Azure, GCP), Automationsplattform-Admin-Interface, Code-Repositories. Der Aufwand für MFA-Setup ist minimal – ein YubiKey oder eine TOTP-App (Google Authenticator, Authy) reicht aus. Der Sicherheitsgewinn ist enorm: Passwort-basierte Angriffe werden wirkungslos, wenn der zweite Faktor fehlt.
Praxisbeispiel
Ein Automationsdienstleister führt eine Authentifizierungs-Inventur durch. Menschliche Zugänge (12 Mitarbeiter): n8n-Admin → Passwort, kein MFA ✗. AWS-Konsole → Passwort + MFA ✓. GitHub → Passwort + MFA ✓. Google Workspace → SSO + MFA ✓. Maschinelle Zugänge (34 Workflows): 31 nutzen API-Keys, alle ohne automatische Rotation ✗. 3 nutzen OAuth 2.0 ✓. Maßnahmen in Priorität: n8n-Admin MFA sofort aktiviert (10 Minuten Setup). API-Key-Rotation in AWS Secrets Manager automatisiert (wöchentlich). Langfristig: Übergang von API-Keys zu kurzlebigen OAuth-Tokens für alle externen Dienste. Ergebnis: Kritischste Schwachstelle (n8n-Admin ohne MFA) in 10 Minuten geschlossen.




