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Capability Mapping ist die systematische Erfassung und Visualisierung aller Fähigkeiten (Capabilities) eines Unternehmens – also der Dinge, die ein Unternehmen tun kann, um seine strategischen Ziele zu erreichen. Eine Capability beschreibt dabei nicht, wie etwas getan wird (das wäre ein Prozess), sondern was ein Unternehmen grundsätzlich leisten kann – unabhängig von der konkreten Umsetzungsform.

Capability Mapping ist ein Werkzeug der Unternehmensarchitektur und strategischen Planung. Es schafft eine gemeinsame Sprache zwischen Business und IT, indem es Unternehmensleistungen auf einem abstrakten, technologieneutralen Niveau beschreibt.

Capability vs. Prozess vs. Ressource

Aufbau einer Capability Map

Eine Capability Map gliedert die Fähigkeiten eines Unternehmens typischerweise in drei Ebenen: strategische Capabilities (z. B. Marktzugang, Innovationsfähigkeit), Kern-Capabilities (z. B. Produktentwicklung, Kundenservice, Lieferkettenmanagement) und unterstützende Capabilities (z. B. HR, IT-Betrieb, Buchhaltung). Jede Capability kann bewertet werden: Wie ausgeprägt ist sie heute? Wie wichtig ist sie für die Strategie? Wo besteht Handlungsbedarf?

Verwendung im Digitalisierungs- und Automatisierungskontext

Capability Mapping wird in Digitalisierungsprojekten genutzt, um zu identifizieren, welche Fähigkeiten durch Technologie gestärkt, automatisiert oder neu aufgebaut werden müssen. Es beantwortet die Frage: Welche unserer heutigen Capabilities reichen für die digitale Zukunft nicht aus – und wo müssen wir investieren? Im Kontext von Automatisierung hilft Capability Mapping dabei, jene Bereiche zu identifizieren, in denen manuelle Ausführung die Fähigkeit limitiert – und wo Automatisierung die Capability auf ein höheres Niveau heben kann.

Praxisbeispiel

Ein Logistikunternehmen erstellt eine Capability Map und identifiziert „Echtzeit-Sendungsverfolgung“ als strategisch kritische Fähigkeit – aber mit niedrigem aktuellem Reifegrad: Tracking-Daten werden manuell aktualisiert, sind oft verzögert und unvollständig. Die Capability Map macht sichtbar, dass genau hier Investitionsbedarf besteht. Das Ergebnis: Ein Automatisierungsprojekt zur Echtzeit-Integration aller Carrier-APIs wird als Priorität in das Transformationsportfolio aufgenommen – direkt abgeleitet aus dem Capability Mapping.

Anna Sommer

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