Ein Connector – auch Integration, App oder Plugin genannt, je nach Plattform – ist eine vorgefertigte technische Integrationskomponente innerhalb einer Automationsplattform, die die Verbindung zu einem spezifischen Drittanbieter-System oder einer API herstellt. Er kapselt die technische Komplexität der Verbindung: Authentifizierung, API-Aufrufe, Fehlerbehandlung und Datenmapping sind im Connector implementiert, sodass Workflow-Ersteller nur noch konfigurieren müssen, was sie tun wollen – nicht, wie die API technisch angesprochen wird.
Connectors sind das Ökosystem, das eine Automationsplattform erst nutzbar macht: Ohne Connectors müsste jede Integration von Grund auf entwickelt werden. Mit einem umfangreichen Connector-Katalog kann ein Nutzer eine Verbindung zu Salesforce, Gmail, Slack oder SAP in Minuten konfigurieren – statt in Wochen zu programmieren.
Was ein Connector enthält
AuthentifizierungOAuth, API-Key, Basic Auth oder spezifische Methoden – der Connector verwaltet den sicheren Verbindungsaufbau zum Zielsystem
API-AbstraktionDie technischen API-Endpunkte, Parameter und Formate des Zielsystems sind im Connector implementiert – der Nutzer sieht nur verständliche Felder
Module / ActionsVordefinierte Aktionen wie „Kontakt suchen“, „Dokument erstellen“, „Webhook abonnieren“ – spezifisch für das Zielsystem
FehlerbehandlungConnector-spezifische Fehler (Rate Limits, abgelaufene Tokens, API-Änderungen) werden vom Connector erkannt und an die Workflow Engine weitergegeben
VersionierungWenn eine API eine neue Version einführt, aktualisiert der Connector-Anbieter die Integration – Workflows müssen in der Regel nicht geändert werden
Native Connectors vs. Custom Connectors vs. generischer HTTP-Modul
- Native / vorgefertigte Connectors: Von der Plattform bereitgestellte, gepflegte Integrationen für bekannte Systeme – sofort einsatzbereit, regelmäßig aktualisiert
- Custom Connectors: Selbst entwickelte Integrationen für systemeigene oder wenig verbreitete Systeme – erfordern Entwicklungsaufwand, sind aber vollständig anpassbar
- Generisches HTTP-Modul: Ein universelles Modul, das beliebige REST-API-Calls ohne spezifischen Connector ermöglicht – maximale Flexibilität, aber kein komfortables UI-Mapping
Connector-Qualität als Plattform-Differenzierungsmerkmal
Die Anzahl, Aktualität und Tiefe verfügbarer Connectors ist eines der wichtigsten Kriterien bei der Wahl einer Automationsplattform. Ein Connector mit 5 Aktionen ist deutlich weniger nützlich als einer mit 80 Aktionen, der alle relevanten API-Endpunkte des Zielsystems abdeckt. Gleichzeitig ist die Wartungsqualität entscheidend: Wenn ein Zielsystem seine API aktualisiert und der Connector nicht zeitnah angepasst wird, brechen abhängige Workflows.
Praxisbeispiel
Ein Unternehmen möchte Bestellungen aus seinem Shopify-Webshop automatisch in sein SAP-ERP-System übertragen. Ohne Connector müsste ein Entwickler die Shopify-API und die SAP-API verstehen, Authentifizierung für beide implementieren, Fehlerbehandlung schreiben und das Datenmapping zwischen beiden Formaten programmieren – Entwicklungszeit: 3–4 Wochen. Mit dem Shopify-Connector und dem SAP-Connector in Make: Der Workflow-Ersteller wählt den Shopify-Trigger „Neue Bestellung eingegangen“, konfiguriert die Authentifizierung (OAuth, zwei Klicks), wählt das SAP-Modul „Auftrag anlegen“, mappt die Felder im visuellen Interface. Gesamtaufwand: 4 Stunden. Der Connector hat die Integrationskomplexität vollständig abstrahiert.




