Durchsatz bezeichnet die Gesamtmenge an Vorgängen, Transaktionen oder Datensätzen, die ein System oder Prozess in einem definierten Zeitraum verarbeitet – unabhängig davon, ob die Verarbeitung schnell oder langsam erfolgt. Er ist das Mengenmaß der Verarbeitung: Wie viel schafft dieses System in einer Stunde, einem Tag, einem Monat?
Durchsatz unterscheidet sich von Durchsatzrate: Die Durchsatzrate beschreibt die maximale Verarbeitungskapazität pro Zeiteinheit (wie viel kann das System gleichzeitig verarbeiten?). Der Durchsatz beschreibt das tatsächlich verarbeitete Volumen in einem definierten Zeitraum (wie viel hat das System tatsächlich verarbeitet?). Ein System mit hoher Durchsatzrate kann bei niedrigem Volumen trotzdem einen geringen Durchsatz haben – wenn einfach wenig zu tun ist.
Durchsatz als Planungs- und Steuerungsgröße
- Kapazitätsplanung: Historischer Durchsatz ist die Grundlage für die Prognose zukünftiger Kapazitätsanforderungen – Wachstumstrends machen frühzeitigen Skalierungsbedarf sichtbar
- Ressourcenallokation: Schwankender Durchsatz (Peaks am Monatsende, saisonale Spitzen) zeigt, wann mehr Kapazität benötigt wird – und wann Ressourcen freigegeben werden können
- SLA-Überwachung: Wenn der tatsächliche Durchsatz die vereinbarte Mindestverarbeitungsmenge unterschreitet, ist das ein SLA-relevanter Vorfall
- Wirtschaftlichkeitsnachweis: Durchsatz × Kosten-pro-Vorgang (manuell) = eingesparte Kosten durch Automatisierung – die klarste ROI-Berechnung
Durchsatz vs. Durchlaufzeit
Durchsatz fragt: Wie viel? – Wie viele Vorgänge wurden verarbeitet? Durchlaufzeit fragt: Wie lange? – Wie lang hat ein einzelner Vorgang gebraucht? Beide KPIs sind unabhängig: Ein Prozess kann hohen Durchsatz haben (viele Vorgänge verarbeitet) aber trotzdem lange Durchlaufzeiten (jeder einzelne Vorgang dauert lang). Oder er hat kurze Durchlaufzeiten aber geringen Durchsatz (schnell, aber wenig Volumen). Beide Dimensionen sind für eine vollständige Beurteilung notwendig.
Praxisbeispiel
Ein Unternehmen verarbeitet Kundendaten täglich in einem automatisierten ETL-Prozess. Monats-Durchsatz: 847.000 Datensätze. Vor Automatisierung: 3 Mitarbeiter × 8 Stunden × 22 Arbeitstage = 528 Arbeitsstunden pro Monat für dieselbe Aufgabe. Mit Automatisierung: 4 Stunden Laufzeit pro Nacht = 88 Maschinenstunden pro Monat. Wirtschaftlichkeitsnachweis: 847.000 Datensätze ÷ 528 Stunden = 1.604 Datensätze/Stunde manuell. Automatisiert: 847.000 ÷ 88 Stunden = 9.625 Datensätze/Stunde – 6x schneller, bei gleichzeitig niedrigerer Fehlerquote. Der Durchsatz ist die Basis dieser Rechnung.




