Hosting bezeichnet die Bereitstellung von IT-Infrastruktur – Server, Speicher, Netzwerk und damit verbundene Services – durch einen externen Dienstleister, auf dessen Systemen Websites, Anwendungen oder Daten betrieben werden. Das Unternehmen mietet Kapazitäten statt eigene Hardware zu besitzen und zu betreiben. Hosting ist damit der Oberbegriff für alle Formen externer IT-Betriebsunterstützung – von einfachen Webhosting-Paketen bis hin zu vollständig gemanagten Enterprise-Infrastrukturen.
Hosting ist eine der grundlegendsten Infrastrukturentscheidungen für jede Automatisierungslösung: Wo laufen die Workflows, die Datenbanken, die APIs? Die Hosting-Entscheidung beeinflusst Kosten, Performance, Datenschutz, Verfügbarkeit und den Administrationsaufwand eines Automatisierungsprojekts direkt.
Hosting-Modelle im Überblick
Shared Shared Hosting: Viele Kunden auf einem Server – günstigste Option für einfache Webseiten. Für Automatisierungslösungen in der Regel ungeeignet (keine Root-Rechte, begrenzte Ressourcen).
VPS Virtual Private Server: Dedizierte virtuelle Maschine auf geteilter Hardware. Gut für selbst-gehostete Automatisierungsplattformen (n8n, Airflow). Volle Kontrolle, moderate Kosten.
Dedicated Dedicated Server: Physisch dedizierter Server exklusiv für einen Kunden. Maximale Performance und Isolation, höhere Kosten. Für rechenintensive Automatisierungen oder strikte Datentrennung.
Managed Managed Hosting: Der Anbieter übernimmt Betrieb, Updates, Monitoring und Sicherheit – der Kunde nutzt die Plattform. Höhere Kosten, minimaler Eigenaufwand. Ideal für Automatisierungsplattformen ohne eigenes IT-Team.
Hosting-Entscheidung für Automatisierungsplattformen
Die Wahl des Hosting-Modells für eine Automatisierungsplattform folgt einem klaren Abwägungsprinzip. SaaS (z. B. Make, Zapier): kein Hosting-Aufwand, sofort nutzbar, monatliche Gebühr, Daten beim Anbieter. Self-Hosted auf VPS (n8n, Activepieces): volle Datenkontrolle, einmaliger Setup-Aufwand, laufende Wartung nötig, günstig bei hohem Volumen. Managed Self-Hosted: Plattform in eigener Kontrolle, Infrastruktur-Betrieb ausgelagert. Die Entscheidung hängt von Datenschutzanforderungen, IT-Ressourcen und Volumen ab.
Praxisbeispiel
Ein Automationsdienstleister evaluiert das Hosting für seinen Kunden, eine mittelständische Versicherung. Anforderungen: Versicherungsdaten dürfen laut internen Richtlinien nicht auf US-amerikanischer Cloud-Infrastruktur verarbeitet werden. Make (US-basiert) scheidet damit aus. Entscheidung: n8n self-hosted auf einem deutschen Managed VPS (Hetzner Cloud, Standort Nürnberg, ISO 27001-zertifiziert). Setup: n8n als Docker-Container, PostgreSQL als State-Datenbank, automatische tägliche Backups auf einem separaten Storage-Bucket in Frankfurt. Monatliche Betriebskosten: 89 Euro VPS + 12 Euro Backup-Storage. Vollständige Datensouveränität in Deutschland. Der Dienstleister übernimmt als Teil des AaaS-Vertrags Updates, Monitoring und Störungsbehebung.




