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KI-gestützte Automation bezeichnet automatisierte Prozesse und Systeme, in denen KI-Komponenten – Machine-Learning-Modelle, NLP-Systeme, Computer Vision oder generative KI – bestimmte Verarbeitungsschritte übernehmen, die für klassische regelbasierte Automatisierung zu komplex, zu variabel oder zu unstrukturiert wären. KI ergänzt und erweitert klassische Automatisierung, ohne sie zu ersetzen: Der Orchestrierungsrahmen, die Systemintegration und die Prozesssteuerung basieren weiterhin auf definierten Workflows – KI übernimmt die Schritte, die menschliches Urteilsvermögen oder Mustererkennung erfordern.

KI-gestützte Automation ist der Kern von Intelligent Automation und Hyperautomation: Die Grenze des automatisierbar Machbaren verschiebt sich mit jeder neuen KI-Fähigkeit – heute können Texte verstanden, Bilder klassifiziert, Dokumente extrahiert und Gespräche geführt werden, ohne dass ein Mensch eingreift.

Reifegrade KI-gestützter Automation

Basis Regelbasierte Automation: Strukturierte Daten, klare Regeln, kein KI-Anteil. Vollständig deterministisch.

Erweitert KI-angereichert: OCR und NLP extrahieren unstrukturierte Eingaben, die dann regelbasiert verarbeitet werden.

Intelligent KI-gestützte Entscheidungen: ML-Modelle treffen probabilistische Entscheidungen, Regelwerke für klar definierte Fälle.

Autonom Vollständig KI-gestützt: Generative KI und Agenten übernehmen komplexe, kontextabhängige Aufgaben mit minimalem menschlichem Eingriff.

Wo KI in Automatisierungsworkflows eingesetzt wird

Verantwortung bei KI-gestützter Automation

KI-gestützte Automation verlagert Verantwortung: Wenn ein KI-Modell eine Entscheidung trifft, muss klar sein, wer für das Ergebnis verantwortlich ist – das System trifft keine Entscheidungen von sich aus, aber es produziert Outputs, auf deren Basis Aktionen ausgeführt werden. Gute KI-gestützte Automatisierungen definieren daher klare Konfidenz-Schwellenwerte (ab welcher Sicherheit wird automatisch gehandelt?), Eskalationsmechanismen und regelmäßige Modell-Reviews.

Praxisbeispiel

Ein Logistikkonzern automatisiert die Bearbeitung eingehender Lieferantenanfragen per E-Mail. Klassische Automation allein scheitert: E-Mails sind unstrukturiert, variieren stark in Format und Inhalt. KI-gestützter Workflow: Eingehende E-Mail → LLM extrahiert automatisch Lieferant, Produkt, Menge, Wunschlieferdatum und Dringlichkeit aus dem Freitext → ML-Klassifikator bewertet die Anfrage als Standard, Dringend oder Eskalation → Standardanfragen werden vollautomatisch in das ERP übertragen und bestätigt → Dringende Anfragen erhalten eine KI-generierte Antwort zur Bestätigung durch einen Disponenten → Eskalationen gehen sofort an einen Senior-Disponenten. KI-gestützte Automation macht 73 Prozent des Vorgangsvolumens vollautomatisch verarbeitbar – das wäre ohne KI unmöglich gewesen.

Anna Sommer

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