Ein Operating Model – auf Deutsch auch Betriebsmodell – beschreibt, wie ein Unternehmen seine Strategie im operativen Alltag umsetzt. Es definiert, wie Menschen, Prozesse, Technologien und Steuerungsmechanismen (Governance) zusammenarbeiten, um die gesetzten Unternehmensziele zu erreichen.
Während die Unternehmensstrategie das „Was“ und „Warum“ beantwortet – also welche Märkte bedient werden, welche Leistungen angeboten werden und welche Ziele verfolgt werden – beantwortet das Operating Model das „Wie“: Wie werden Entscheidungen getroffen? Wie sind Verantwortlichkeiten verteilt? Wie fließen Informationen? Wie werden Prozesse ausgeführt und kontrolliert?
Bestandteile eines Operating Models
- Prozesse: Welche Abläufe gibt es, wie sind sie definiert, wer führt sie aus?
- Organisation: Wie sind Teams strukturiert, welche Rollen existieren, wo liegen Verantwortlichkeiten?
- Technologie: Welche Systeme, Tools und Plattformen werden genutzt, wie sind sie miteinander verbunden?
- Daten: Welche Daten werden wo erfasst, wie werden sie verarbeitet und für Entscheidungen genutzt?
- Governance: Welche Regeln, Qualitätssicherungen und Eskalationspfade gibt es?
Abgrenzung zur Strategie und zum Geschäftsmodell
Das Geschäftsmodell beschreibt, wie ein Unternehmen Wert erzeugt und Erlöse generiert. Die Strategie legt die Richtung fest. Das Operating Model ist der Mechanismus, der beides im täglichen Betrieb realisierbar macht. Ein starkes Geschäftsmodell mit einem schwachen Operating Model scheitert in der Umsetzung – und umgekehrt.
Operating Model im Kontext von Automatisierung
Für Unternehmen, die Automatisierung einsetzen oder als Dienstleistung anbieten, ist das Operating Model besonders relevant: Es legt fest, nach welchem Standardvorgehen Automatisierungsprojekte aufgesetzt, implementiert, übergeben und betrieben werden. Ein klar definiertes Operating Model macht Dienstleistungen wiederholbar, skalierbar und qualitätssicherbar.
Praxisbeispiel
Ein Automatisierungsdienstleister definiert sein Operating Model in fünf Phasen: Phase 1 – Prozessanalyse (kostenfreie Bewertung, ob sich ein Prozess zur Automatisierung eignet). Phase 2 – Prototyp (innerhalb von fünf Werktagen wird ein erster automatisierter Ablauf gebaut und getestet). Phase 3 – Produktivsetzung (der Automatisierungsbot wird in den Live-Betrieb des Kunden überführt). Phase 4 – Betrieb und Monitoring (der Anbieter überwacht die Automatisierung kontinuierlich). Phase 5 – Continuous Improvement (monatliche Optimierung auf Basis von Laufzeitdaten). Dieses definierte Betriebsmodell macht jeden Kundeneinsatz planbar und reproduzierbar.




