Die Public Cloud ist ein Cloud-Computing-Modell, bei dem IT-Ressourcen – Rechenleistung, Speicher, Datenbanken, Plattformen und Software – von einem externen Anbieter über das öffentliche Internet bereitgestellt und von vielen Kunden gleichzeitig auf gemeinsamer Infrastruktur genutzt werden. Die Ressourcen sind mandantenfähig ausgelegt: Obwohl viele Kunden dieselben physischen Server nutzen, sind ihre Daten und Workloads strikt voneinander isoliert.
Public-Cloud-Anbieter wie Amazon Web Services (AWS), Microsoft Azure und Google Cloud Platform (GCP) betreiben weltweit verteilte Rechenzentren und stellen ihre Kapazitäten für jedermann auf Abruf zur Verfügung. Für Automatisierungsplattformen ist die Public Cloud heute der Standard-Betriebsort: Make, n8n Cloud, Zapier und nahezu alle SaaS-Automatisierungstools laufen auf Public-Cloud-Infrastruktur.
Das Deployment-Spektrum
On-Premise
Eigene Hardware, volle Kontrolle
Private Cloud
Dedizierte Cloud, eine Organisation
Hybrid Cloud
Kombination aus beidem
Public Cloud
Shared Infra, max. Flexibilität
Stärken der Public Cloud
- Kein Kapitalaufwand: Keine Server kaufen, keine Rechenzentren bauen – alles wird nach Verbrauch abgerechnet (Pay-as-you-go)
- Sofortige Skalierung: Ressourcen lassen sich in Sekunden auf das Hundertfache skalieren – und bei Bedarf genauso schnell wieder reduzieren
- Globale Reichweite: Rechenzentren auf allen Kontinenten ermöglichen niedrige Latenz zu Nutzern weltweit
- Managed Services: Hunderte von fertigen Services – Datenbanken, KI-APIs, Message Queues – ohne eigenen Betriebsaufwand nutzbar
- Hohe Verfügbarkeit: Führende Anbieter garantieren 99,99 Prozent Verfügbarkeit durch redundante Infrastruktur
Wann Public Cloud nicht die erste Wahl ist
Bestimmte Anforderungen sprechen gegen die Public Cloud: strenge Datenschutz- oder Compliance-Anforderungen, die Daten auf eigenem Boden vorschreiben (z. B. bestimmte Behörden, kritische Infrastrukturen), sehr konstante Workloads, bei denen Reserved Instances teurer als eigene Hardware werden, oder hohe Anforderungen an physische Kontrolle der Infrastruktur. In diesen Fällen sind Private Cloud oder On-Premise-Lösungen die geeigneteren Alternativen.
Praxisbeispiel
Ein mittelständisches Unternehmen betreibt seine gesamte Automatisierungsinfrastruktur in der AWS Public Cloud. Automatisierungsplattform (Make) läuft als SaaS auf AWS. Datenbank (PostgreSQL) als Amazon RDS – vollständig verwaltet, tägliche Backups automatisch. Dateiablage auf S3. Monitoring via AWS CloudWatch. Die IT-Abteilung mit 2 Mitarbeitern muss keine physischen Server warten, keine Betriebssystem-Updates einspielen, keine Backup-Infrastruktur betreiben. Skalierung bei der Black-Friday-Kampagne: 3-fache Kapazität, aktiviert in 8 Minuten, Kosten für den zusätzlichen Peak: 34 Euro. Rückscherung auf Normalbetrieb: automatisch über Nacht.




