Eine REST API (Representational State Transfer API) ist eine Schnittstelle, die nach den Prinzipien des REST-Architekturstils aufgebaut ist: Ressourcen werden über einheitliche URLs (Endpunkte) adressiert, und Operationen werden durch standardisierte HTTP-Methoden ausgedrückt. REST ist heute das mit Abstand verbreitetste API-Design-Paradigma in der Softwareentwicklung und die technische Grundlage für nahezu alle modernen Webdienste und SaaS-Integrationen.
Der Begriff „RESTful“ beschreibt, ob eine API die REST-Prinzipien konsistent einhält. REST selbst ist kein Standard, sondern ein Architekturstil – definiert von Roy Fielding in seiner Dissertation aus dem Jahr 2000. Die weite Verbreitung von REST liegt in seiner Einfachheit: Es nutzt HTTP – das Protokoll des Web – und braucht keine zusätzlichen Frameworks oder Protokolle.
HTTP-Methoden in REST
GET: Ressource lesen – z. B. Kontakt aus CRM abrufen. Keine Änderung am System.
POST: Neue Ressource erstellen – z. B. neuen Kontakt anlegen oder Bestellung einreichen.
PUT: Ressource vollständig ersetzen – bestehenden Datensatz komplett überschreiben.
PATCH: Ressource teilweise aktualisieren – nur einzelne Felder ändern, Rest unberührt lassen.
DELETE: Ressource löschen – Datensatz dauerhaft aus dem System entfernen.
REST-Kernprinzipien
- Ressourcenorientierung: Alles ist eine Ressource mit einer eindeutigen URL – z. B.
/api/customers/4471für einen spezifischen Kunden - Statelessness: Jeder API-Request enthält alle Informationen, die der Server benötigt – der Server speichert keinen Sitzungszustand zwischen zwei Requests
- Einheitliche Schnittstelle: Dieselben HTTP-Methoden und Statuscodes funktionieren über alle Endpunkte hinweg konsistent
- JSON als Standardformat: Daten werden typischerweise als JSON (JavaScript Object Notation) übertragen – leichtgewichtig, maschinenlesbar, für Menschen lesbar
- HTTP-Statuscodes: 200 OK, 201 Created, 400 Bad Request, 401 Unauthorized, 404 Not Found, 500 Internal Server Error – standardisierte Antwortcodes signalisieren das Ergebnis jedes Calls
REST API und Automatisierung
Für Automatisierungsplattformen ist die REST API das wichtigste Integrationswerkzeug: Alle nativen Connectors in Make, n8n oder Zapier kommunizieren im Kern über REST APIs mit den jeweiligen Zielsystemen. Und das generische HTTP-Modul – das Universalwerkzeug für Systeme ohne nativen Connector – implementiert direkt REST-Calls. Wer REST APIs versteht, kann jedes System integrieren, das eine solche anbietet.
Praxisbeispiel
Ein Automatisierungsworkflow erstellt täglich einen Statusbericht über offene Supporttickets. Schritt 1: GET-Request an die Zendesk-REST-API – /api/v2/tickets?status=open – liefert alle offenen Tickets als JSON-Array. Schritt 2: Der Workflow filtert und zählt nach Priorität und Alter. Schritt 3: POST-Request an die Slack-API – sendet die aufbereitete Zusammenfassung an den #support-channel. Zwei REST-API-Calls, ein vollautomatischer Tagesbericht. Keine manuelle Abfrage, kein manuelles Zusammenstellen, keine Zeitverschwendung.




