Stateless Processing – zustandslose Verarbeitung – bezeichnet eine Verarbeitungsweise, bei der jede Anfrage oder jeder Vorgang vollständig unabhängig von vorherigen Anfragen oder Vorgängen behandelt wird. Das System speichert keinen Zustand zwischen zwei Verarbeitungen: Jede Eingabe enthält alle Informationen, die für die Verarbeitung notwendig sind, und das System erinnert sich nach Abschluss einer Verarbeitung an nichts davon.
Das klassische Beispiel für stateless Verarbeitung ist das HTTP-Protokoll in seiner Grundform: Jeder HTTP-Request ist vollständig unabhängig vom vorherigen. Der Webserver weiß nicht, ob er diesen Client schon einmal gesehen hat – es sei denn, der Client sendet explizit eine Session-ID mit.
Eigenschaften stateless Verarbeitung
- Vollständige Eingaben: Jede Anfrage trägt alle benötigten Daten mit sich – keine Abhängigkeit von zuvor gespeichertem Kontext
- Keine Erinnerung: Das System speichert nach der Verarbeitung nichts über den Vorgang – kein Session-State, kein Kontext
- Idempotenz: Dieselbe Eingabe produziert immer dasselbe Ergebnis – unabhängig davon, ob sie einmal oder zehnmal verarbeitet wird
- Einfache Skalierung: Da kein Zustand zwischen Anfragen geteilt werden muss, kann jede Worker-Instanz jede Anfrage verarbeiten – Load Balancing ist trivial
- Hohe Fehlertoleranz: Fällt eine Worker-Instanz aus, kann jede andere Instanz die nächste Anfrage übernehmen – ohne Zustandsverlust
Stateless Processing und Automatisierung
Viele Automatisierungsworkflows sind stateless: Ein Webhook kommt mit allen Daten an, der Workflow verarbeitet ihn, schreibt das Ergebnis in ein Zielsystem und ist fertig – ohne sich etwas zu merken. Jeder neue Webhook-Call ist unabhängig. Das macht diese Workflows einfach zu skalieren und robust gegenüber Ausfällen: Mehrere Worker-Instanzen können parallel verschiedene Webhooks verarbeiten, ohne sich koordinieren zu müssen.
Praxisbeispiel
Ein Webhook-Workflow verarbeitet eingehende Bestellungen aus einem Webshop. Jeder Webhook-Call enthält alle Bestelldaten: Produkt, Menge, Kundendaten, Lieferadresse, Zahlungsstatus. Der Workflow liest diese Daten, validiert sie, schreibt sie ins ERP, sendet eine Bestätigungs-E-Mail und ist fertig. Der Workflow speichert keine Informationen über diese Bestellung. Wenn die nächste Bestellung per Webhook ankommt, beginnt der Workflow ohne jede Erinnerung an die vorherige. Fünf Worker-Instanzen können gleichzeitig fünf verschiedene Bestellungen verarbeiten – vollständig unabhängig voneinander. Das ist stateless Processing in seiner reinsten Form.




