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Ein Unterstützungsprozess ist ein Geschäftsprozess, der nicht direkt zur Wertschöpfung für den externen Kunden beiträgt, aber die Kernprozesse erst ermöglicht. Er stellt Ressourcen, Infrastruktur, Informationen oder Dienstleistungen bereit, die andere Prozesse benötigen, um ihre Leistung zu erbringen. Typische Unterstützungsprozesse sind Personalmanagement, Buchhaltung, IT-Betrieb, Einkauf, Recht und Compliance.

Obwohl Unterstützungsprozesse keinen direkten Kundenwert erzeugen, haben sie erheblichen indirekten Einfluss: Ein schlecht funktionierender IT-Prozess bremst alle anderen Prozesse. Eine ineffiziente Buchhaltung bindet Kapazität und erzeugt Liquiditätsrisiken. Unterstützungsprozesse sind deshalb keine Nebensache – aber ihre Optimierung folgt anderen Prioritätskriterien als die von Kernprozessen.

Unterstützungsprozesse vs. Kernprozesse

Kernprozesse schaffen direkt Wert für den externen Kunden – sie sind der Grund, warum das Unternehmen existiert. Unterstützungsprozesse ermöglichen die Kernprozesse – sie sind die Infrastruktur des Unternehmens. Die Abgrenzung ist nicht immer trennscharf und kann branchenabhängig variieren: IT ist für ein Softwareunternehmen ein Kernprozess, für eine Bäckerei ein Unterstützungsprozess.

Automatisierung von Unterstützungsprozessen

Unterstützungsprozesse sind häufig die ersten und einfachsten Kandidaten für Automatisierung – weil sie oft hochstandardisiert, regelbasiert und volumenreich sind, ohne die Komplexität und Varianz von Kernprozessen zu haben. Klassische Kandidaten: Rechnungseingang und -verarbeitung, Gehaltsabrechnung, Reisekostenabrechnung, IT-Ticketrouting, Vertragsablaufüberwachung, Bestellprozesse und Personaladministration.

Ein weiterer Vorteil: Fehler in automatisierten Unterstützungsprozessen sind für externe Kunden nicht sofort sichtbar – das reduziert das Risiko beim ersten Automatisierungsschritt und macht Unterstützungsprozesse zu einem guten Einstiegspunkt für Unternehmen, die erste Erfahrungen mit Automatisierung sammeln wollen.

Praxisbeispiel

Ein mittelständisches Unternehmen mit 150 Mitarbeitern automatisiert als erstes Projekt seinen Reisekostenprozess – einen klassischen Unterstützungsprozess. Vorher: Mitarbeiter füllen Excel-Formulare aus, reichen sie per E-Mail ein, Buchhaltung überprüft manuell, verbucht und überweist. Durchlaufzeit: 12–18 Werktage. Nach Automatisierung: Mitarbeiter fotografiert Belege per App, System extrahiert Daten automatisch, prüft gegen Reiserichtlinie, leitet zur Freigabe weiter, verbucht und erstattet automatisch. Durchlaufzeit: 2–3 Werktage. Erster Automatisierungserfolg intern sichtbar – schafft Vertrauen und Momentum für das nächste Projekt in einem Kernprozess.

Anna Sommer

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