Ein Webhook ist ein automatisierter HTTP-Callback: Ein Quellsystem sendet bei Eintreten eines definierten Ereignisses eine strukturierte Datennachricht (Payload) an eine vorab registrierte URL – ohne dass der Empfänger aktiv anfragen muss. Der Empfänger – z. B. eine Automationsplattform – stellt eine URL bereit, auf die das Quellsystem bei dem Ereignis „schießt“ (daher auch „HTTP Push“ oder „Reverse API“).
Webhooks sind der effizienteste Mechanismus für event-basierte Automation in Echtzeit: Statt regelmäßig eine API abzufragen (Polling), um zu prüfen, ob ein neues Ereignis eingetreten ist, wird man aktiv informiert – sofort, in dem Moment, in dem das Ereignis passiert.
Funktionsprinzip
Registrierung
Plattform generiert Webhook-URL und registriert sie im Quellsystem
Ereignis
Im Quellsystem tritt das definierte Ereignis ein
POST-Request
Quellsystem sendet HTTP POST mit Ereignisdaten an die Webhook-URL
Verarbeitung
Empfänger-Plattform empfängt Payload und startet den Workflow
Webhook vs. API-Polling
API-Polling: Die Automationsplattform fragt alle X Minuten aktiv die API ab: „Gibt es etwas Neues?“ – auch wenn nichts passiert ist. Ressourcenverschwendend, verzögert, belastet das Quellsystem. Webhook: Das Quellsystem informiert die Plattform aktiv, sobald etwas passiert – in Echtzeit, ohne unnötige Requests. Webhooks sind die deutlich effizientere und reaktivere Alternative, setzen aber voraus, dass das Quellsystem Webhooks unterstützt.
Webhook-Sicherheit
Da eine Webhook-URL prinzipiell von jedem angesprochen werden kann, sind Sicherheitsmechanismen wichtig: Signature Verification (das Quellsystem signiert die Payload mit einem geteilten Secret, der Empfänger verifiziert die Signatur), HTTPS (verschlüsselte Übertragung), IP-Whitelisting (nur bekannte IP-Adressen des Quellsystems werden akzeptiert) und Secrets in der URL (eindeutige, schwer zu erratende URL-Tokens).
Typische Webhook-Ereignisse in der Automation
- Zahlungsanbieter: Zahlung erfolgreich, Zahlung fehlgeschlagen, Rückbuchung eingeleitet
- E-Commerce: Neue Bestellung, Bestellung storniert, Retoure angelegt
- CRM: Neuer Kontakt, Deal gewonnen, Support-Ticket erstellt
- Kommunikationstools: Neue Nachricht in Slack, E-Mail empfangen, Formular ausgefüllt
- Versionsverwaltung: Code-Commit, Pull-Request geöffnet, Release veröffentlicht
Praxisbeispiel
Ein SaaS-Unternehmen nutzt Stripe als Zahlungsanbieter. Wenn ein Kunde eine Zahlung abschließt, soll er sofort Zugang zur Software erhalten, eine Bestätigungs-E-Mail bekommen und im CRM als „Aktiver Kunde“ markiert werden. Ohne Webhook: Polling alle 5 Minuten – zwischen Zahlung und Zugangsvergabe bis zu 5 Minuten Wartezeit. Mit Webhook: Stripe sendet sofort nach erfolgreicher Zahlung einen POST-Request an die Webhook-URL der Automationsplattform. Der Workflow startet in unter 2 Sekunden: Zugang wird freigeschaltet, E-Mail geht raus, CRM wird aktualisiert. Der Kunde erlebt eine nahtlose, sofortige Aktivierung.




