Ein Workflow-Modul – auch Node, Step oder Action genannt, je nach Plattform – ist der kleinste ausführbare Baustein innerhalb eines automatisierten Workflows. Es repräsentiert eine einzelne Aktion oder Operation: eine API aufrufen, eine E-Mail versenden, einen Datensatz lesen oder schreiben, eine Bedingung prüfen, Daten transformieren oder auf ein Ereignis warten. Mehrere Module werden in einer definierten Reihenfolge verknüpft, um einen vollständigen Workflow zu bilden.
Die Modularität von Workflow-Modulen ist ein zentrales Design-Prinzip moderner Automationsplattformen: Jedes Modul ist selbstständig konfigurierbar, wiederverwendbar und kombinierbar. Ein einmal konfiguriertes „Salesforce: Kontakt anlegen“-Modul kann in beliebig vielen Workflows eingesetzt werden, ohne es neu aufzusetzen.
Modultypen in Automationsplattformen
- Trigger-Module: Starten den Workflow – z. B. „Wenn eine neue E-Mail eingeht“, „Wenn ein Webhook-Call eintrifft“, „Täglich um 06:00 Uhr“
- Aktions-Module: Führen eine Aktion in einem verbundenen System aus – z. B. „Datensatz in Datenbank schreiben“, „E-Mail versenden“, „API-Call ausführen“
- Logik-Module: Steuern den Workflow-Fluss – z. B. „Router“ (verzweigt nach Bedingung), „Iterator“ (wiederholt für jedes Element einer Liste), „Aggregator“ (sammelt mehrere Werte)
- Transformations-Module: Verarbeiten Daten ohne externe Systemzugriffe – z. B. Textoperationen, Datumsformatierung, mathematische Berechnungen, JSON-Parsing
- Warte-Module: Pausieren den Workflow bis zu einem definierten Zeitpunkt oder Ereignis
- Code-Module: Ermöglichen die Ausführung von benutzerdefiniertem Code (JavaScript, Python) für Logik, die keine visuelle Konfiguration unterstützt
Modul vs. Connector
Ein Connector ist die technische Integration zu einem Drittanbieter-System – er stellt die Verbindung, Authentifizierung und API-Kommunikation bereit. Ein Workflow-Modul ist eine spezifische Aktion, die über diesen Connector ausgeführt wird. Beispiel: Der Salesforce-Connector stellt die Verbindung zu Salesforce her. Das Modul „Salesforce: Kontakt suchen“ ist eine konkrete Aktion, die diesen Connector nutzt. Ein Connector enthält typischerweise viele verschiedene Module – für Lesen, Schreiben, Suchen, Aktualisieren und Löschen von Daten.
Datenfluss zwischen Modulen
Module sind nicht nur sequenziell verknüpft – sie tauschen auch Daten aus. Die Ausgabe eines Moduls (Output) wird zum Input des nächsten Moduls. Auf Automationsplattformen wird dieser Datenfluss typischerweise durch ein Mapping-Interface konfiguriert: Der Nutzer wählt, welcher Ausgabewert von Modul A in welches Eingabefeld von Modul B fließt. Diese Datenketten können durch Transformationsschritte angepasst, gefiltert und angereichert werden.
Praxisbeispiel
Ein Workflow zur automatischen Lead-Verarbeitung besteht aus sieben Modulen: Modul 1 (Trigger) – Neues Typeform-Formular eingereicht. Modul 2 (Logik) – Router: Ist das Feld „Unternehmensgröße“ größer als 50 Mitarbeiter? Wenn ja → Modul 3, wenn nein → Modul 4. Modul 3 (Aktion) – HubSpot: Lead als „Hot Lead“ anlegen. Modul 4 (Aktion) – HubSpot: Lead als „Newsletter-Kontakt“ anlegen. Modul 5 (Aktion) – Gmail: Bestätigungs-E-Mail an den Lead senden. Modul 6 (Aktion) – Slack: Notification an Vertriebsteam mit Lead-Details. Modul 7 (Aktion) – Google Sheets: Lead in Tracking-Tabelle eintragen. Sieben Module, ein vollständiger automatisierter Lead-Prozess.




